Aktiver Umweltschutz

Der Betrieb eines Gletscherskigebietes unterliegt sehr strengen Umweltkriterien.

Die Kaunertaler Gletscherbahnen GmbH sieht es als ihre Aufgabe, mit der Natur sorgfältig umzugehen und eine sinnvolle Nutzung zwischen Tourismus, dem wichtigsten Wirtschaftsfaktor des Tales, und der Umwelt zu betreiben und zu forcieren.

Sehr gerne listen wir in Folge einige Beispiele dafür auf. 
Es wird und wurde versucht, ein Skigebiet in grosser Höhe umweltschonend und wirtschaftlich effizient zu betreiben. Einige Erfahrungen und Hürden mussten genommen werden:

Wasserversorgung des Gletscherrestaurants auf 2750m

In den ersten Betriebsjahren  musste das Trinkwasser mittels Tankwagen zum Gletscher hinaufgefahren werden.

Da dies weder eine wirtschaftliche, noch umweltschonende Lösung war, wurde bald eine aufwendige Wasseraufbereitungsanlage mit UV-Filteranlage im Wasser-Einlaufbereich, ein Becken für die automatische Chlorierung und  ein Filterbecken mit Aktivkohlefilter errichtet. Auch das war nicht die Endlösung für die Wasserversorgung. Zu Beginn der 90er Jahren erfolgte durch die Tiefbrunnenbohrung die sauberste Lösung: 

Seitdem  versorgt dieser Tiefbrunnen das Restaurant mit Trink-und Brauchwasser aus ca. 180m Tiefe. Dem Wasser werden beste Qualitätswerte attestiert und laufende Kontrollen sorgen dafür, dass diese auch erhalten bleiben. 

Vollbiologische Kläranlage

Für die Abwasserbehandlung steht seit Betriebsbeginn eine vollbiologische Kläranlage auf 2.750 m Seehöhe im Einsatz. 
Das Brauchwasser wird nach Durchlaufen der Schwimmschlammabscheider, des Nachklärbeckens und des Schlammstapelbehälter, mittels einer Sickerleitung wieder dem Wasserkreislauf zuführt.

Elektrifizierung

Fast 25 Jahre lang mussten sämtliche Einrichtungen des Gletschers, die Strom benötigten mit Strom versorgt werden, der durch Dieselaggregate erzeugt wurde.
Erst im Jahre 2005 ist es nach langen Verhandlungen mit dem Land Tirol und der TIWAG (=Tiroler Wasserkraft AG) gelungen, eine Stromleitung bis auf 2750m zu errichten und alle Anlagen mit der saubersten Energie zu versorgen.
Mit der Elekrifizierung ist nun die Basis zur Verwirklichung weiterer Projekte am Gletscher gegeben. 

Solarenergie

Grosse Kollektoren auf der Südseite des Gletscherrestaurants helfen, die Sonnenenergie zusätzlich zum Strom, Gas und Erdöl zu nutzen.
In den Sommermonaten wird dadurch 2/3 des Energieaufwandes des Restaurants gedeckt.


Aktueller Beitrag Michael Kuhn - Vorstand  des Instituts  für Meteorologie und Geophysik der Universität Innsbruck.


Skifahren schadet den Gletschern nicht
Massentourismus und Umweltschutz würden sich nicht ausschließen, sagt Glaziologe Michael Kuhn. Der Gletscher selbst verkrafte viel.

Wunden im Eis heilen schnell. Würde man in einem Gletscherskigebiet sämtliche Gondelbahnen, Schlepp- und Sessellifte abbauen, sagt Glaziologe Michael Kuhn von der Uni Innsbruck, "würde man im nächsten, spätestens im übernächsten Winter am Gletscher selbst nichts mehr sehen". Die Oberfläche der Gletscher erneuere sich jedes Jahr durch das Abschmelzen und das Draufschneien.

Vorteil durch Ratrac

Der Tourismus ist sichtbar, wo kein Eis liegt. Beim Planieren von Pisten entstehen Narben in der Natur, die in der kargen Vegetation auf 3000 Metern jahrelang nicht verheilen.

Das Präparieren von Pisten bringe sogar Vorteile mit sich: "Die Pistengeräte", sagt Kuhn, "wälzen den Schnee um und transportieren Staubpartikel, die üblicherweise an der Oberfläche liegen, in tiefere Schichten. Aus der Luft sieht man, dass Skipisten heller sind als der umliegende Schnee." Auf der anderen Seite wisse er von keinem Skigebiet, wo das Eis auf den Pisten stärker sei als rundherum.

Das Abdecken von Gletschern mit Vliesmatten mache an exponierten Stellen Sinn, sagt Kuhn. Am Stubaier Gletscher schützt der weiße Filz die Verbindung zwischen Liftausstieg und Gletscheranfang. Pistenchef Walter Müller erklärt, er habe mit den Matten die Eisdecke um das Panoramarestaurant Jochdohle auf 3150 Metern um zwei Meter wieder anheben können.

Disziplin im Eis

Wichtig sei, auf Gletschern den Müll und die Abwässer im Tal zu entsorgen. Derzeit apere an beliebten Tourenrouten jede Menge Müll aus den 50ern aus. Die Pistengeräte würden in der Zwischenzeit alle mit biologisch abbaubaren Ölen fahren - da sei's nicht schlimm, wenn etwas ausrinnt.  Bericht vom 29.10.2006  - Tiroler Tageszeitung.
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